Freitag, 13. Februar 2026

Das Geschäft mit der Tötung von Strassenhunden in Rumänien

An sich wollte ich mich kürzlich in Facebook auf den Seiten von rumänischen Tierätzte-/Tierschutz-NGOs umsehen, um Ideen für meine Reiseplanung nach Rumänien im diesen Jahres zu sammeln. Dabei plane ich neben einem weiteren Besuch bei TAC.social in Cluj auch einen Besuch von Asociatia Sache Vet in der Nähe von Bukarest. Auf der Facebook-Seite von Asociatia Sache Vet stieß ich auf einen Beitrag, wo es um die Tötung von 15.000 Strassenhunden im „Tötungslager“ Suraia ging.


Durch Recherchen verschiedener rumänischer Tierschützer, mitunter auch Kola Kariola konnten in den zurückliegenden Wochen und Monaten vermehrt Bildmaterial und Berichte über die Misshandlung und Tötung von Strassenhunden in privat betriebenen Tierheimen öffentlich gemacht werden, die über öffentlichen Mitteln und Aufträge betrieben werden. Dies betrifft u.a. private Tierheime in Suraia und Codlea sowie im Kreis Neamt. Die „Dunkelziffer“ wird sicherlich höher sein.

Als ich 2020 TAC.social in Cluj besuchte und dort Anca Georgescu interviewen konnte, erzählte sie mir von diesem Geschäftsmodell, dass manche privat geführten Tierheime über Steuergelder finanziert werden, wenn sie Strassenhunde einfangen, unterbringen, versorgen und nach der gesetzlichen „Wartezeit“ von 14 Tagen euthanasiert werden. Die Gewinne werden meiner Meinung nach wohl durch die Rationierung von Futter für die Todeskandidaten mitunter erzielt. Zum damaligen Interview: https://www.youtube.com/watch?v=OJR-LKQI5jg

Bei den nun öffentlich gewordenen Missständen ist das Bildmaterial (aus Suraia) schwer zu ertragen, ich baue es dennoch hier in dem Artikel mit ein. 
 

 
 

In den mit Steuergeldern finanzierten privaten Tierheimen erleiden die Hunde unsägliches Leid und Torturen bis zu ihrer Tötung, die mit einer „humanen“ Euthanasie nichts mehr zu tun haben (zB ohne Sedierung und direkter Verabreichung einer tödlichen Injektion). Diese Tierheime zeichnen sich besonders durch Intransparenz in allen Bereichen des Geschäftsbetriebes aus und mangelhafter Kontrolle durch Behörden. Mit Steuergeldern des rumänischen Staates wird ein Mordbusiness finanziert und „Symptome“ behandelt, ohne damit die eigentliche Problematik anzugehen und die Steuergelder könnten sinnvoller und menschlicher für die Tiere eingesetzt werden.

Es ist bei weitem kein unbekanntes „Business“, aber was nun ans „Licht“ gekommen ist, übersteigt alle Vermutungen und trifft jeden Tierschützer hart und ganz besonders die rumänischen.

Mittlerweile soll auch die Staatsanwaltschaft gegen die Betreiber der Tierheime wegen des Verdachts der missbräuchlichen Verwendung von öffentlichen Mitteln Ermittlungen aufgenommen haben.

Was können aber wir tun, die keine rumänischen Staatsbürger sind?

Wir können gezielt die seriösen und transparent arbeitenden rumänischen Tierschützer, Veterinär-NGOs und Tierschutz-NGOs mit Sachspenden und Spendengeldern unterstützen. Damit können sie ihre Kastrationsprojekte und Aufklärungskampagnen noch weiter ausbauen. Ihre gesellschaftlichen und politischen Postionen können damit auch gestärkt werden, damit ihre Stimme mehr Gewicht bekommt. Bereits jetzt sind NGOs politisch in ihrer Gemeinde und Kreis aktiv.

Nur durch die Stärkung der rumänischen NGOs bekommen die Strassenhunde/-katzen eine Stimme in ihrer Heimat bekommen, die dann immer stärker und kräftiger wird.

Beispielsweise unterstütze ich selber solche NGOs und Shelter über mein Hilfsprojekt Streuner Seelen im Rahmen meiner Möglichkeiten – es gibt auch noch viele rumänische NGOs, Shelter und Veterinäre, die vertrauensvoll arbeiten. Um über deren Arbeit zu berichten, beabsichtige ich auch in wenigen Monaten wieder nach Rumänien zu reisen. Denn gerade deren Arbeit läuft unter dem Radar der Öffentlichkeit hier in Deutschland, obwohl sie es bei weitem wert sind, dass auch sie selber eine Stimme erhalten. Über ihre sehr aufopfernde mit viel Herzblut gepaarte Arbeit habe ich schon so manches geschrieben und auch in einem Podcast bei „Deine Tierwelt“ gesprochen ( Link Podcast ).

Es wurden vor wenigen Tagen mehrere Petitionen in Rumänien ins Leben gerufen, um Druck auf die Behörden aufzubauen, damit endlich gehandelt und dieses perfide Tötungsgeschäft gestoppt wird.

Die dann frei werdenden Steuergelder könnten in grundlegend sinnvolle Kastrationsprojekte, Versorgung, Microchip-Implationen und Aufklärungskampagnen sowie Kontrolle der wieder ausgesetzten und kastrierten Tiere gesteckt werden. Auch wurden von vielen rumänischen NGOs Schulprojekte ins Leben gerufen, um bereits bei Kindern eine andere und emphatische Einstellung für Hunde und Lebewesen zu fördern.

Diese Petitionen und auch bei staatlichen Stellen aktuell eingereichten Beschwerden führten nun zur vorläufigen Schließung des „Tötungslager“ Suraia und zur Ansetzung einer Zusammenkunft von Tierschützern und Politikern Mitte Februar. Dort soll über die die richtige Anwendung der Rechtsgrundlagen, Abläufen und Verbesserungen gesprochen werden.

Was bleibt ist die Hoffnung, dass die 15000 Opfer und die vielen andern nicht umsonst gestorben sind und ihr Leid und Tod eine Nation wachrüttelt…

Eine Bitte habe ich noch und wie ich bereits weiter oben geschrieben:

Unterstützt Kastrationskampagnen rumänischer Tierschutz- und Veterinär-NGOs, denn damit wird an der richtigen Stelle geholfen, damit ihr Handeln und Tun mehr Gewicht in ihrem Land bekomme.


Tom van den Abbeele (vorm. Pedall)
Engelskirchen / Deutschland

Homepage: https://www.Streuner-Seelen.de (aktuell im Umbau)
Blog: https://streuner-seelen.blogspot.com
YouTube: https://www.youtube.com/@streunerseelen8142

Bildmaterial/Credits von der Seite https://www.facebook.com/sachevetclinic/ mit Erlaubnis. 


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