Dienstag, 3. November 2020

Bella... der Weg zu uns... :-)

 


 
Also liebe Bella ❤ ...

Im September 2016 gingen Cloody und ich in das Solinger Tierheim. Wir trugen uns mit dem Gedanken, dass ein Hund aus dem Tierschutz unsere Familie vervollständigen könnte und wollten daher schauen, ob ein passender dort ist. 
 
An der Infotheke sprachen wir vor und sagten auch, was der Hund so für Eigenschaften mitbringen sollte: Anfängerhund, kein Kläffer, Autofahren sollte er mögen und ganz wesentlich war Katzenverträglichkeit. Alter oder evtl. Handicap waren zweitrangig. Man zeigte uns ein paar und die wir zunächst sahen, waren sehr agil und machten sehr auf sich aufmerksam und da zeigte man uns eine mittelgroße, struppige, mit mehrern verfilzten Haarsträhnen, die zurückgezogen und schüchtern da stand. Die beiden agilen um Dich herum, die zusammen mit Dir eine Wohngruppe bildeten, blendeten wir aus und genau Du, ja Du, mit Dir wollten wir mal spazieren gehen. 
 
So warteten wir dann an der Infotheke, während man Bella das Hundegeschirr anlegte und sie neben der Tierbetreuerin dann durch die Sicherheitstür zu uns gebracht wurde, schlurfend und die Rute eingeklemmt, schüchtern und nicht vor Lebensfreude strahlend. Der erste Eindruck war, dass Du scheinbar Angst hast etwas verkehrt zu machen und kein Aufsehen erregen wolltest. 
 
Wir gingen dann unsere erste Runde mit Dir. Keine ausgiebige, aber der erste Schritt wurde getan. Du bliebst oft stehen, weil Du Dir nicht sicher warst, was wir von Dir wollen. Wie konntest Du es auch nur wissen, waren wir uns doch fremd. Mit Leckerchen bestachen wir Dich ein wenig, damit Du weiter gehst und ein kleiner Schritt nach dem anderen.
 
Als wir zurückgingen, waren Cloody und mir klar, dass wir Dich weiter treffen und spazieren gehen wollen, um Dich mehr kennenzulernen und zu zeigen, dass wir es gut mit Dir meinen. Man gab uns eine Woche Zeit und drei weitere Treffen standen an. Du wurdest dann als reserviert für uns eintragen.
Nachdem wir uns auf dem Heimweg befanden weiss ich noch, dass ich so dachte, dass hoffentlich niemand übersieht, dass wir als Interessenten eingetragen wurden. Ich freute mich auf das Wiedersehen in zwei Tagen. Cloody musste da arbeiten, so dass ich den zweiten und dritten Termin alleine wahrnahm.
 
Beim zweiten Termin meldete ich mich an und wartete am Infobereich darauf, dass man Dich herausbrachte. Die Tür ging auf und Du kamst wieder herangetrottet, aber als Du mich sahst sah ich, dass Deine Rute zaghaft zwei, dreimal ausschlug. Ich ging in die Knie und wir sahen uns beide in die Augen und Du legtest Deine Pfote auf mein Knie. Ab da wusste ich, dass ich Dich auf jeden Fall einen Platz bei uns zuhause geben möchte, ein zuhause, wo Du Zeit hast anzukommen und man auf Dich aufpasst. Meine Hoffnung war, dass auch Du es so siehst und Dich Cloody und mir anvertrauen möchtest und auch unseren vier schnurrenden Fellnasen. 
 
Also auf zur Runde, auf die Du nicht wirklich richtig Lust hattest, da -was ich erst später erfuhr- bereits eine Stunde vorher mit einer Gassigängerin unterwegs war und dies sollte eigentlich nicht sein. Oft hast Du Dich einfach hingesetzt. Wenn ich dann in 2-3 m Entfernung in die Hocke ging, kamst Du aber zu mir. Es war eine kurze Runde und wir wiederholten es 2 Tage später. 
 
Am Nachmittag, als die 3. Runde anstand, kam ich zum Tierheim und sah Dich auf einer Hundehütte im Zwinger stehen und konnte es nicht fassen: Du konntest bellen 🙂
 
Als Du wenige Minuten später zu mir gebracht wurdest, wedelste Du schon mehr, als Du mich sahst. 
Dieses Mal gingen wir eine schöne Runde und ich merkte, dass Du ein wenig aus Dir heraus kamst.
 
Der vierte Termin, da sollte Cloody auch wieder dabei sein, war jener, bei dem wir Dich für einen Nachmittag mit zu uns nach Hause nehmen durften, um zu sehen, wie unsere Fellnasen auf Dich reagieren. Als wir zur Türe hereinkamen warst Du total schüchtern. Auf der Treppe vor Dir saßen alle vier. Aber kein Buckel, kein Gefauche, kein Gezicke. Du trautest Dich an ihnen vorbei hoch auf die erste Etage und uns fiel ein Stein vom Herzen. Sie akzeptierten Dich und Du sie. 
 
Als wir Dich zurückbrachten, am liebsten hätten wir Dich schon bei uns behalten, sagten wir, dass wir Dich adoptieren wollen und nachdem dann zwei Mitarbeiter des Tierheims zwei Tage später uns aufsuchten, um das zuhause zu inspizieren, gaben sie das okay 🙂
 
So wurdest Du dann zwei Tage später offiziell von uns adoptiert.
 
In den ersten Wochen und Monaten kamen viele und laute Seufzer von Dir, wenn Du in einem der Hundebetten lagst. Wir wollten Dir einfach die Zeit geben anzukommen und uns war klar, dass nicht nur ein paar Monate dauern könnte. Aber die Seufzer nahmen an Intensität und Häufigkeit nach und nach ab. Für uns klangen sie wie Seufzer der Erleichterung. Du bist auch immer mehr aus der herausgekommen und selbst heute zeigst Du Seiten, wo wir denken, wow 🙂
 
Ich denke, dass es mehr als nur Schicksal war, dass wir aufeinander getroffen sind, Du hast unser Herz erobert und wir wollen Dich nicht mehr missen und solltest Du mal Mist bei uns bauen, was kaputt machen, wohin pieseln, dann wird dies dennoch kein Grund sein, Dich abzugeben. Du gehörst zu unserer Familie und wir sind immer für Dich da, wie auch für die anderen Fellnasen. 
 
Und mir ist es wurscht was andere Hundehalter sagen, aber man merkt, dass Du dankbar bist, dass Du hier sein darfst, aber liebe Bella 🙂 - wir haben zu danken, dass Du uns ausgesucht hast und hier bei uns lebst 🙂
 
Haben dich lieb ❤ ❤ ❤

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