Samstag, 12. August 2017

Pflegestelle für Hunde und anderes aus der Gedankenwelt....



Vorgestern traf ich im Wartezimmer unserer Tierärztin auf einen älteren Mann und wir kamen da gut ins Gespräch. Er hat einen 13 Jahre alten Hund mit einem Herzklappenfehler und der dauerhaft Medikamente einnehmen muss. Bei dem Gespräch kam heraus, dass er vor einigen Jahren als Hunde-Pflegestelle tätig war. Schon interessant und ich finde persönlich es sehr gut, dass es auch solche Stellen gibt. Nur und da pflichtete er mir bei ist es schon schwer, sich dann hinterher von dem Hund zu trennen, wenn er ein neues Heim gefunden hat. Zumal seine letzte Pflegefellnase war ein völlig verängstigter Hund und nach mehreren Wochen war ein Vertrauensverhältnis geschaffen worden und sich dann zu trennen, ist für beide dann echt schwer, wenn man als Mensch mit Herz und Seele dabei ist.

Ich habe mich auch schon mal damit beschäftigt, ob wir nicht auch Richtung Pflegestelle gehen sollten, aber dies könnte ich keiner unserer Fellnasen und vor allem keinem Pflegehund antun. Denn dann freunden die sich an und man muss den Pflegehund dann doch wieder aus der vertrauten Umgebung herausnehmen... nein nein nein. Allein der Gedanke daran ist schon schwer.

Vor einigen Wochen beschäftigte mich der Gedanke, ob wir nicht mal für 1-2 Wochen nach Rumänien sollten (ohne Bella), um dort vor Ort mitzuhelfen, hundegerechte Lebensbereiche/Tierheime aufzubauen. Wie sich dann herausstellte, war ich nicht allein mit solchen Gedanken. Ein weiterer Halter von rumänischen Hunden, mit dem ich auf Facebook befreundet bin, trug sich selber auch schon mit solchen Gedanken. Aber -so wie er auch- musste auch ich mir eingestehen, dass wir zu sehr mit dem Herz dann dabei wären und versuchen würden, eher welche von dort mitzunehmen. Gedanke at acta gelegt....

Vielleicht wird nun der ein oder andere sagen: Und was ist mit den Tieren in unseren Tierheimen? Natürlich gibt es auch hier viele Hunde in den Tierheimen und oftmals sind dort mehr, als sein sollten. Bella kommt auch aus einem Tierheim, aber dennoch -so meine Meinung- haben die Hunde hier bei uns ein besseres Leben und sollte man es nicht auch anderen ermöglichen, wenn die Chancen dafür gegeben sind?

Vorgestern haben wir uns einen TV-Beitrag auf 3Sat angeschaut, wo es um Hunde/Katzen ging und wo auch das Thema der Überzuchtungen angesprochen wurde. Züchtungen werden extra vorgenommen, weil man mit dem Trend mitgehen und nur Kohle machen will. Wie damals, als der Film mit den Dalmatinern ins Kino kam und der Ruf "Ich will auch einen" sehr oft zu hören war und es dann Monate später eine regelrechte Damlatiner-Schwemme gab - erst in den Wohnungen/Häusern und dann Wochen später in den Tierheimen. Nun sind es Variationen vom Mops und Hunden im Handtaschenformat. Hauptsache man geht mit dem Trend....

Wäre es da nicht sinnvoller, dass man sich statt einem Chihuahua im Handtaschenformat, den man betütteln und verhätscheln kann, einen quirligen Dackel oder kleinen Mischlingshund aus dem Tierheim holt? Haben die weniger Aufmerksamkeit und Zuwendung verdient, als so prädestinierte nach Aufmerksamkeit schreiende Kläffmaschinen? Ich mochte es noch nie mit einem Trend mitzugehen und eher auszuscheren. Übrigens: Chihuahua's sind Bella's beste Freunde. Erst auf Bella zugehen und Freude vorgauckeln, um sich dann vor ihr breitbeinig hinzustellen, nach ihr zu schnappen und sie "bedrohlich" anzukläffen... aber wehe die bellt dann zurück *lach


An sich möchte ich nur sagen: Wenn man sich schon einen Hund zulegen möchte, dann sollte dies gut überlegt sein und schaut doch erstmal in den Tierheimen nach (dort finden sich auch viele Hunde aus dem Ausland). Dort warten nicht selten Hunde, die Schicksale hinter sich haben und sich nach einem guten zuhause sehnen, wo sie wieder aufleben können. Nur brauchen diese Hunde auch Zeit, um sich einzuleben und Vertrauen aufzubauen. Bei Bella dauerte es schon einigen Monate - mittlerweile ist sie aufgeblüht und im Vergleich zu den ersten Wochen ein Unterschied, wie Tag und Nacht.

Und wenn man schon die Möglichkeit hat, warum dann nicht ein Hund aus einem Tierheim, der schon Jahre auf dem Buckel hat... nur um ihm einen schönen Lebensabend zu bescheren, wäre dies nicht auch ein Anspruch und eine Aufgabe? Sind wir dann da zu sehr Egoist, um über ältere Hunde hinwegzusehen und lieber nach Welpen oder Junghunden zu schauen? Ich würde es machen, wenn wir ebenerdig wohnen würden und einen großen Garten und noch mehr Platz hätten.

Euer Tom




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